Leben
Elke Sommer wurde 1940 in Berlin als einziges Kind des evangelischen Pfarrers Peter Schletz und dessen Frau Renate Topp geboren. Der eigentliche Familienname ist von Schletz, doch der Vater und seine Tochter verzichteten darauf, das Adelsprädikat zu führen. Ihre Familie wurde 1942 ins fränkische Niederndorf evakuiert. Sie wuchs in Erlangen auf; als sie 14 Jahre alt war, starb ihr Vater. Ab 1950 besuchte Sommer das Humanistische Gymnasium Erlangen, das sie ein Jahr nach der Mittleren Reife verließ.
Während eines Au-pair-Aufenthaltes in London erhielt Sommer eine Fremdsprachenausbildung, ihr Berufsziel war Dolmetscherin; sie sprach sechs Sprachen. 1964 übersiedelte sie nach Beverly Hills und heiratete den Journalisten und Schriftsteller Joe Hyams. 1970 posierte sie für den Playboy, fotografiert von ihrem Ehemann. Die Ehe wurde 1981 geschieden.
1993 heiratete sie den Hotelier Wolf Walther, der aus erster Ehe einen Sohn und eine Tochter hatte. Sommer und Walther lebten bis 2025 abwechselnd in Los Angeles und Marloffstein im Landkreis Erlangen-Höchstadt, danach ganz in den USA. Walther starb im Juli 2026 im Alter von 77 Jahren.
Elke Sommer starb am 28. Oktober 2026 im Alter von 85 Jahren in ihrem Haus in Bel Air an einer Herzinsuffizienz.
Karriere
Während eines Urlaubs in Italien wurde Sommer 1958 – noch unter dem Nachnamen Schletz – in einem Café der Stadt Viareggio zur „Miss Viareggio“ gekürt. Aufgrund der daraufhin veröffentlichten Fotos holte sie der Filmregisseur Vittorio De Sica nach Rom, und im selben Jahr spielte sie erstmals in einem italienischen Film mit. Zu dieser Zeit nahm sie den Künstlernamen „Sommer“ an. 1959 erhielt sie von dem deutschen Filmproduzenten Artur Brauner einen Dreijahresvertrag und drehte ihren ersten deutschen Film, Das Totenschiff, in dem sie an der Seite von Horst Buchholz eine Bahnwärterstochter spielte. In ihrem nächsten Film, Am Tag, als der Regen kam, verkörperte sie die Gangsterbraut Ellen und übernahm erstmals den sexbetonenden Rollentyp, der jahrelang ihr Image prägte.
1962, nach dem Film Das Mädchen und der Staatsanwalt, gelang Sommer der Sprung nach Hollywood. Bei den Vorbereitungen zu den Dreharbeiten zu The Wicked Dreams of Paula Schultz, in dem sie als DDR-Stabhochspringerin die Berliner Mauer überspringen sollte, trainierte sie 1967 an der UCLA wochenlang mehrere Stunden täglich mit einem Sportlehrer. 1968 wirkte sie in dem Film Rollkommando mit, bei dem Joe Hyams, der Schüler von Bruce Lee war, für die Kampfkunstszenen des Films verantwortlich war.
Neben dem Image einer Sexbombe haftete Sommer in den Medien auch der Ruf einer Tochter aus bildungsbürgerlichem Hause an. Dementsprechend bezeichneten sie die Autoren Oswalt Kolle und Siegfried „Sigi“ Sommer als „Erlanger Pfarrerstochter“. 1975, im ersten von der UNO ausgerufenen „Jahr der Frau“, verteidigte Sommer in der deutschen Fernsehsendung Der heiße Draht (Moderation Joachim Fuchsberger) in einem Disput mit der Dirigentin Hortense von Gelmini die Nacktheit gegenüber der Scham.
Neben ihrer Filmkarriere trat sie in zahlreichen amerikanischen Fernsehshows auf, darunter mehrmals in der Dean-Martin-Show sowie 1979 in der Muppet-Show, und begann 1970, Theater zu spielen. Sie gastierte an verschiedenen amerikanischen Bühnen und spielte in Deutschland vorwiegend auf Tourneen und an Bühnen wie dem St. Pauli Theater in Hamburg. Sommers Versuch einer Gesangskarriere hatte mäßigen Erfolg. Auf der Folk-LP Du, Du liegst mir im Herzen sang sie in acht Sprachen. Einige weitere Schallplattenaufnahmen folgten.
Von 1966 an betätigte sich Sommer unter dem Pseudonym „E. Schwartz“ als Malerin und präsentierte ihre Werke in Ausstellungen in mehreren Ländern. Als Schauspielerin trat sie seit den 1980er Jahren hauptsächlich in deutschen Fernsehproduktionen in Erscheinung. Zuletzt spielte sie 2010 in dem Spielfilm Das Leben ist zu lang des Schweizer Regisseurs Dani Levy.
Synchronisationen
1963: Der Preis (The Prize)
1964: Ein Schuß im Dunkeln (A Shot in the Dark)
1986: Der Stein des Todes (Death Stone)
2000: Ein Königreich für ein Lama (The Emperor’s New Groove)
Diskografie
Singles
1961: Be Not “Notty” / The Faithful Hussar
1962: Wir sind Freunde / Darling
1962: Adieu, Adieu / Nachts ging das Telefon
1964: Cowboy-Shake / Hey, hey, hey, ich suche einen Boy
1965: Ich sage No / Es könnte sein
1965: Hully-Gully Italiano / Miss Cumberland
1965: Das genügt mir doch nicht / Oh, I Love You
1965: Es war ein Sommer in der Normandie / Ich geh’ den Strand entlang
1970: Ich kann prima leben ohne Dich / Solang die Welt sich weiter dreht
1972: So Knall auf Fall / Tränen im Sand
1976: Die Brunsruum / Etz gemmer fei hamm
EP
1973: Ich brauche dich so sehr
Alben
1965: Love in Any Language (MGM, USA)
1965: Ich liebe dich (Polydor, Deutschland)
1972: Du, du liegst mir am Herzen (PoP, Deutschland)
1977: Elke Sommer (Cantagallo, Deutschland)
1999: Das allein kann doch nicht alles sein (CD)
Hörspiele
Ein Königreich für ein Lama – Das Original-Hörspiel zum Film. Walt Disney Records, 2001, ISBN 3-89780-162-0.
Auszeichnungen
1964: Golden Globe Award als beste Nachwuchsdarstellerin für Der Preis
1967, 1968: Bambi
1972, 1973: Beste Theaterschauspielerin des Jahres (Chicago)
2000: DIVA-Award
2017: Ehrendarstellerpreis des Eat My Shorts – Hagener Kurzfilmfestivals
2018: Touristik- und Medienpreis Goldene Sonne (Lebenswerk 60 Jahre Internationaler Film)
2019: Bayerischer Verdienstorden
Literatur
Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 880.
Elke Sommer: „Unter uns Pfarrerstöchtern“ – oder? Eine autobiographische Zwischenbilanz. Paul Neff Verlag, Wien 1989, ISBN 3-7014-0274-4.
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 388 ff.
Arthur Wohlgemuth: Elke Sommer – Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 17, 1990.
Weblinks
Literatur von und über Elke Sommer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Elke Sommer bei IMDb
Elke Sommer bei filmportal.de
Elke Sommer bei Discogs
Elke Sommer in der Deutschen Synchronkartei
Elke Sommer In: Virtual History (englisch)
Sommers Website (englisch, Archivlink)


