Rolle im politischen System
Die Zwischenwahlen werden oft als Stimmungsbild zur Politik des amtierenden Präsidenten interpretiert: Beispielsweise besaßen die Republikaner im Repräsentantenhaus und die Demokraten im Senat nach den Wahlen im Jahr 2000 eine jeweils knappe Mehrheit. In das Amt des Präsidenten wurde der Republikaner George W. Bush gewählt. Bei den darauf folgenden Halbzeitwahlen 2002 wurde die Politik der Regierung bestätigt: Die Republikaner konnten in beiden Kammern deutliche Stimmengewinne erzielen und im Senat die Mehrheit zurückgewinnen.
Häufig zeigte sich, dass sich zwei Jahre nach einer Präsidentenwahl eine Mehrheit der Partei, die den Präsidenten stellt, schwer verteidigen lässt. So hatten die Republikaner mit dem Sieg von George W. Bush im November 2004 eine Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses errungen. Bei den Halbzeitwahlen 2006 jedoch konnten die Demokraten in beiden Kammern die Mehrheit übernehmen. Gewinnt eine Partei überdurchschnittlich viele Mandate hinzu, spricht man auch von einer Wave election. Diese kann aber auch parallel zur Präsidentschaftswahl auftreten, wenn sich das Kräfteverhältnis im Kongress wesentlich verändert.
34 der 50 Bundesstaaten wählen ihre Gouverneure alle vier Jahre gleichzeitig mit den Halbzeitwahlen; Vermont und New Hampshire wählen sie gleichzeitig mit den Präsidentschafts- und den Halbzeitwahlen alle zwei Jahre. Viele Staaten wählen auch mit den Halbzeitwahlen zusammen ihre staatlichen Legislativen und die Verwaltungen der Countys.
Übersicht der Zwischenwahlen
Die folgende Übersicht zeigt die politischen Mehrheitsverhältnisse nach den
Zwischenwahlen. Die Parteizugehörigkeiten und Mehrheitsverhältnisse beruhen
auf den historischen Übersichten des Repräsentantenhauses und des
Senats.
Bis zur Ratifizierung des 17. Zusatzartikels
im Jahr 1913 wurden die Senatoren grundsätzlich von den Parlamenten der
Bundesstaaten bestimmt. 1914 fanden erstmals sämtliche regulären
Senatswahlen als Volkswahlen statt.
Seit 1914
Die Angaben zur Sitzveränderung bezeichnen die Differenz zwischen der Zahl
der von der Partei des amtierenden Präsidenten gewonnenen Sitze und der Zahl
der von ihr bei der jeweils vorangegangenen allgemeinen Wahl gewonnenen
Sitze. Sie beziehen sich auf die unmittelbaren Wahlergebnisse. Die Angaben zur Kontrolle der beiden Kammern beziehen sich
auf den jeweils folgenden Kongress.
Weblinks
deutschlandfunk.de, Dossier US-Kongresswahlen 2018

