Leben
Regina Ziegler war die Tochter einer Journalistin und eines Brunnenbauers. Am Ende des Zweiten Weltkrieges floh die Familie nach Obernkirchen ins Weserbergland, wo ihre Mutter als Lokalreporterin für die Schaumburger Zeitung in Rinteln arbeitete. Im Anschluss an ihr Abitur 1964 ging sie mit ihrem ersten Ehemann Hartmut Ziegler nach Berlin und begann ein Jurastudium, das sie jedoch nach einem Semester abbrach. Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin, arbeitete jedoch nie in diesem Beruf, sondern nahm eine Tätigkeit als Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin auf.
Anfang der 1970er Jahre arbeitete Ziegler für Rosa von Praunheim, unter anderem als Produktionsleiterin für seinen Film Berliner Bettwurst und sammelte so ihre ersten Erfahrungen in der Filmproduktion. Nach der Scheidung von ihrem Ehemann 1972 gründete sie ein Jahr später ihre eigene Produktionsfirma, die Regina Ziegler Filmproduktion, und erhielt für ihre erste Produktion Ich dachte, ich wäre tot den Bundesfilmpreis. Der Film war zugleich die erste Spielfilmregie von Wolf Gremm, den Ziegler beim SFB kennengelernt hatte und den sie 1977 heiratete. Sie war mit ihm bis zu seinem Tod 2015 verheiratet.
Sie konzentrierte sich zunächst auf die Förderung junger, wenig bekannter Regisseure. Später produzierte Ziegler häufig für das Fernsehen. Bis zum Ende ihres Lebens produzierte sie rund 500 Filme und Serien. Ihre Tochter aus erster Ehe, Tanja Ziegler (* 1966), stieg im Jahr 2000 in das Unternehmen ein und besitzt seit 2006 die Mehrheit der Anteile.
Im Jahr 2005 wurde Ziegler von der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ zur Honorarprofessorin für das Fach Film- und Fernsehproduktion ernannt. Das Museum of Modern Art in New York ehrte sie im April 2006 mit einer Retrospektive. Seit 2011 führte sie mit ihrer Tochter Tanja das Berliner Programmkino Filmkunst 66.
Im Oktober 2017 veröffentlichte Ziegler ihre Autobiografie Geht nicht gibt’s nicht, die in Zusammenarbeit mit der Autorin Andrea Stoll entstanden war.
Ziegler lebte in Berlin-Schlachtensee. Sie starb am 1. November 2026 im Alter von 82 Jahren in Berlin.
Politisches Engagement
Ziegler initiierte die kontrovers diskutierte Facebook-Kampagne zur Bundestagswahl 2013 Sag Ja zu Angela, in der sie sich für Kanzlerin Angela Merkel einsetzte. Die Seite eröffnete mit der Erklärung:
„Ich bin Wechselwählerin. Bei jeder Wahl betrachte ich Programm und Führungsteam der jeweiligen Partei. Am 22. September 2013 werde ich Angela Merkel wählen. Ich hoffe, Sie auch.“
Die Kampagne wurde vom 28. Juni bis zum 26. August über gekaufte Werbeeinblendungen beworben und gewann über 20.000 Fans. Mit Einstellung der Kampagne wurde auch die Website aus dem Netz entfernt.
Ziegler war 2016 Mitinitiatorin der Rosen-Aktion, um Angela Merkel für ihre Asylpolitik zu danken.
Filmografie (Auswahl)
als Produzentin:
Publikationen
Als Autorin
Geht nicht gibt’s nicht!, Autobiografie. München 2017, ISBN 978-3-641-20663-5
Als Herausgeberin
Bildband Mongolei – die Karawane. Herausgegeben anlässlich der Erstausstrahlung der gleichnamigen vierteiligen Reisedokumentation im ZDF am 29. November, 6., 13. und 20. Dezember 2005 von Regina Ziegler und Nanni Erben, Text: Heiner Gatzemeier, Fotos: Gordon A. Timpen. Berlin 2005, ISBN 978-3-89602-683-5
Alle nannten sie Trude – Portrait einer Reporterin. Stadthagen 1991, ISBN 978-3-89109-028-2
Auszeichnungen
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1998)
Deutscher Filmpreis
Grimme-Preis
Berlinale Kamera
American Cinema Foundation Award
Verdienstorden des Landes Berlin (2001)
Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis) (2003)
Goldener Julius (2008)
Emmy Award (2009)
Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
Platin-Romy der Akademie für das Lebenswerk (2016)
Carl Laemmle Produzentenpreis 2018 für ihr Lebenswerk
Literatur
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 536 f.
Weblinks
ziegler-film.com
Regina Ziegler bei IMDb
Regina Ziegler bei filmportal.de (Biografie, Filmografie und Bild)
Regina Ziegler bei Crew United
WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Erlebte Geschichten vom 28. Februar 2018
Regina Ziegler zu Gast beim Radiosender mdr Kultur, 3. März 2019, Dauer 55:17 Minuten, abgerufen am 7. März 2019
Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 25. Februar 2018

